Monday, 26 March 2012

Frühling, endlich Frühling – Ein kleiner Spaziergang durch das „Balloo Woodland Nature Reserve“.



Herrlich blauer Himmel und Sonnenschein, dabei sommerliche Temperaturen. Uns hielt nichts und niemand im Haus. Das Nützliche mit dem Angenehmen verbindend, luden wir unsere Gartenabfälle ins Auto, um sie zur öffentlichen Mülldeponie, bzw. zur „Gemeindebedarfseinrichtung“ wie es hier genannt wird, zu bringen.

Gegenüber dieser neu errichteten „Recycling Anlage“ und inmitten eines Industriegebietes ist das „Balloo Woodland Nature Reserve“. Ein kleines, aber feines Naturschutzgebiet. Eine Oase für Pflanzen, Tiere und auch Menschen, die in diesem kleinen grünen Terrain Natur pur tanken können.

Es gibt dort auf kleinstem Raum eine ganze Reihe einheimischer und zum Teil auch exotischer Bäume. Einige der Eichen sollen an die 400 Jahre alt sein. Ob es stimmt oder nicht – jedenfalls steht dort ein Baum, der so imposant ist, dass ich immer und immer wieder fasziniert bin. 



Obwohl unweit der Hauptverkehrsstraße gelegen, herrscht in dieser grünen Oase jedoch eine erholsame Ruhe. Lediglich das Gezwitscher der Vögel und das Rascheln der Blätter im Wind ist zu hören. Manchmal hört man auch das „swuff-swuff“ der Windturbine.

Man kann in weniger als 10 Minuten das ganze Gebiet durchlaufen. Aber dann würde man nicht die vielen, vielen kleinen Details, die es zu sehen gibt, entdecken.




Jetzt im Frühjahr, wo das Sonnenlicht noch bis zum Boden durchdringen kann, blühen auch Pflanzen, die in ein paar Wochen ihre Blüte einstellen, oberirisch absterben und dann nicht mehr zu sehen sind. Dazu gehört insbesondere das Scharbockskraut, das feuchte Standorte liebt und mit seinen goldgelben Blüten Bienen und andere Insekten anlockt.



Gemäß den Informationstafeln, die an den Eingängen aufgestellt sind, soll es auch größere und kleinere Tiere, wie Füchse, Waldmäuse und Fledermäuse geben. Die kleinste der einheimischen Fledermäuse, die Pipistrelle, schläft tagsüber in den Bäumen, wird in der Abenddämmerung munter und verspeist dann Insekten. Angeblich fressen diese Fledermäuse an die 3.500 Fliegen – aber wer zählt das denn bitte schön nach?!


Im Herbst wachsen und gedeihen hier die Pilze. Fliegenpilze wie aus dem Märchenbuch, aber auch andere Pilze, die sich an abgestorbenen Baumstämmen breit machen. Ich liebe diesen Geruch im Herbst.

Jetzt aber erfreue ich mich an dem, was das Frühjahr zu bieten hat.





Friday, 9 March 2012

Märchen, Sagen und Folklore - Die Legende vom Leprechaun


Leprechauns sind wohl die bekanntesten Elfen der Insel Irland. Es handelt sich dabei um kleine Kobolde, die fest in der irischen Mythologie verankert sind. Sie werden oft auch das „wee folk“, das „kleine Volk“ genannt. Sie leben meistens in grasbewachsenen Hügeln und in den wilden Wäldern Irlands. Die Leprechauns, so sagt man, bewohnten die ganze Insel Irland schon lange vor der Ankunft der Kelten.


Ihr äußeres Erscheinungsbild ist, dass sie sehr klein und sehr elegant gekleidet sind: mit Hemd, Anzug, Weste, Hut und Schnallenschuhen. Das alles übrigens in Grün, mit Ausnahme des weißen Hemdes und der weißen Strümpfe.



Jeder Leprechaun hat einen Topf mit Gold irgendwo in der irischen Landschaft am Ende eines Regenbogens versteckt. Hier befindet sich auch der 4-blättrige Klee Garten, der „Lucky Charm Garden“, der den Leprechauns gehört. In der irischen Tradition ist das 4-blättrige Kleeblatt das Symbol für Glück. (Ein Blatt ist Hoffnung, das zweite Blatt ist der Glaube, das dritte Blatt steht für die Liebe und das vierte für Glück.).



Es gilt als großes Glück, einen Leprechaun lebend zu fangen und mehr noch: einen solchen mit einem Topf mit Gold zu fangen. Aber Vorsicht – der kleine Kobold verfügt über magische Kräfte, die ihm von den irischen Feen gegeben wurden, damit der Goldschatz nicht abhanden kommt. Da er sehr intelligent und auch sehr flink ist, wird er alles tun, um einer Gefangennahme zu entgehen. Das kann harmlos sein, indem er z.B. sagt, man hat 3 Wünsche frei. Wenn man nicht aufpasst, kann es aber auch sein, dass man in einen Frosch verwandelt wird oder der Kobold sich einfach in Luft auflöst. Letzteres scheint eher die Regel denn die Ausnahme zu sein. Ich habe jedenfalls noch niemanden hier getroffen, dem ein Leprechaun begegnet ist.

Im Großen und Ganzen sind die kleinen Kobolde ein lustiges Volk, das gerne musiziert und tanzt. Sie haben die Begabung alle traditionellen irischen Musikinstrumente zu spielen: die Blechflöte, die Geige und die Irische Harfe. Nach der traditionellen Überlieferung veranstalten die Leprechauns nachts wilde Musik-Sessions, die in Irland als „Ceili“ bekannt sind. An diesen Sessions nehmen hunderte von Kobolden singend, tanzend und trinkend teil.

Wen wundert’s da, dass Leprechauns im Reich der irischen Feen eine Ausnahme bilden? Im Unterschied zu vielen anderen Fabelwesen, die beruflich Viehhandel betreiben, sind die Kobolde vom kleinen Volk alle von Beruf Schuhmacher. Es wird gesagt, dass man Leprechauns oft mit einem Schuh in der einen und einen Hammer in der anderen Hand antrifft.


Monday, 20 February 2012

Bangor – Das Rathaus mitten im Park


Letztens waren wir im “Stadtpark” spazieren. So nenne ich diesen Park, der mitten in der Stadt, nicht weit vom Meer entfernt, gelegen ist. In Wirklichkeit heißt der Park „Schlosspark“ (Castle Park). Woher der Park diesen Namen hatte wusste ich anfänglich auch nicht. Ich dachte mir, vielleicht wegen des Rathauses, das aussieht wie ein Schloss. Bei meinen Recherchen bin ich dann jedoch darauf gestoßen, dass in der Tat auf dem Gelände früher einmal sogar zwei Schlösser gestanden hatten.

Der gesamte Grundbesitz war ursprünglich – so wurde mir gesagt – mit einer Mauer eingezäunt gewesen und gehörte seit 1605 der „Ward Family“. Ein Pförtnerhaus an der heutigen Hauptverkehrsstraße in Bangor erinnert noch daran.

Das Rathaus von Bangor ist jedoch vergleichsweise neueren Datums. Es wurde 1852 als Landsitz von einem schottischen Architekten gebaut. 1941 kaufte die Stadt das Gebäude mitsamt seinen 155 Morgen Land. Heute ist darin der North Down Borough Council (Gemeinderat) untergebracht.


Das verschnörkelte Gebäude liegt oben an einem Hang. Man kann es von weitem sehr gut sehen, denn nichts trübt den Blick auf dieses alte wunderschöne denkmalgeschützte Sandsteingebäude, das mit seinen Verzierungen in der Tat wie ein Schloss aussieht. Kein Mensch würde auf Idee kommen, dass hier das Rathaus von Bangor mit allen Drum und Dran untergebracht ist. Hier finden sowohl die wöchentlichen Ratssitzungen statt, als auch Trauungen. Man kann sich hier über die Müllabfuhr erkundigen, einen Todesfall melden, oder ein Geschäft anmelden. Aber, da es generell keine Meldepflicht im Vereinigten Königreich (United Kingdom) gibt, kann man sich nirgends, auch nicht im Rathaus mit seinem Wohnsitz anmelden. Unglaublich aber wahr!

Man kann mir glauben, dass mir es sehr schwer fiel zu verstehen, dass ich mich hier nicht polizeilich anzumelden brauchte. Zumal ich bevor ich nach Nordirland kam, in Belgien gewohnt hatte, wo die Bürokratie ja noch umständlicher ist, als in Deutschland. Also: eine Meldepflicht gibt es hier nicht und ich komme mir immer noch so vor, als ob ich hier im Urlaub, also nur vorübergehend, bin.

Alle 4 Jahre werden übrigens 25 „Councillors“ (Ratsmitglieder) gewählt, die aus fast allen in Nordirland vertretenen politischen Parteien stammen. Aus der Mitte der Ratsmitglieder wird der Bürgermeister (das kann auch eine Frau sein) gewählt, der jährlich wechselt. Ein wenig erinnert mich die Inneneinrichtung an das Rathaus in Hamburg. Da ist auch alles mit Holz vertäfelt, was dem Ganzen einen sehr eindrucksvollen, eher schweren, Charakter verleiht. Es gibt so viel ich gehört habe, an die 35 Zimmer in dem alten Gebäude. In dem ursprünglich großen Salon, wo ehemals die Musikabende stattfanden, tagt heute der Gemeinderat. Im Ratssaal, also dort wo die wöchentlichen Ratssitzungen stattfinden, hängen große Ölgemälde an den hohen, holzvertäfelten Wänden. Ich weiß nicht weshalb das in alten Gebäuden wie z.B. Schlössern immer so zu sein scheint – man kommt sich vor wie ein kleiner „Wicht“ angesichts dieser in Ölfarben festgehaltenen Persönlichkeiten, die da auf einen herabblicken.

Direkt an den hinteren Teil des Rathauses angrenzend, befindet sich ein kleines Heimatmuseum und es lohnt sich, ihm einen Besuch abzustatten. 


Hier erfährt man einiges über die frühe Geschichte von Bangor und Umgebung. Vor allem über die frühe christliche Geschichte, die eng mit Bangor Abbey und deren Missionare (Gall und Columbanus), verknüpft ist. Dort gibt es auch (in Nachbildung) eine Mönchshütte zu sehen. Man kann diese Hütte betreten, um nachzuempfinden wie das Leben in Bangor in frühchristlicher Zeit war.


Ein weiteres Kleinod ist der „walled Garden“, der seit 2009 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Dieser mit Ziegelsteinen ummauerte Garten war von der Ward Familie in den 40er Jahren des 19. Jh. angelegt worden und galt lange als „secret garden“. Vor allem Kinder, die in der Nähe des Gartens spielten, dichteten diesem Stück des Parks etwas Spukhaftes an.


 






Für mich immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art ist das Arboretum, der Baumgarten, der eine breite Palette an Bäumen aus Ländern nah und fern darbietet. 


Auf dem 155 Morgen großen Areal sind z.T. sehr alte Bäume untergebracht. Einige stammen aus fernen Teilen der Welt, wie z. B. der Eucalyptus, einige der Bäume sind typisch irisch, wie z.B. die irische Eibe, die angeblich vor 200 Jahren von einer „nicht normalen“ englischen Eibe durch einen Ableger gezüchtet wurde.


Vor hunderten von Jahren schon gepflanzt, verleihen die Bäume dem Ganzen in der Tat so etwas wie ein Zauberwald.


Ein Spaziergang – egal zu welcher Jahreszeit – ist jedenfalls immer ein Genuss.

Tuesday, 7 February 2012

Crawfordsburn Country Park


Historisch betrachtet dominierten 2 Familien das Gebiet zwischen Belfast und Bangor: die „Dufferins of Clandeboye“ und die „Crawfords“. Letztere war namensgebend für das kleine Dörfchen in der unmittelbaren Nähe des Parks und natürlich für den Park selbst.

Der “Park” ist eigentlich eine Mischung aus Wald, Wiesen, Büschen, Bäumen und Kleingetier. Zwischen Belfast und Bangor gelegen, ist der Park für alle Menschen, die gerne Natur bestaunen, ein echtes Erlebnis. Das fängt schon damit an, dass die schmale Straße, die zum Hauptteil des Parks führt, sich wie eine Schlange durch eine smaragdgrüne Wildnis windet. Eigentlich ist es eher ein geteerter Weg und leider habe ich noch keine Parkmöglichkeiten gefunden, um von dem faszinierenden grünen Dickicht Fotos zu machen. Es geht unter einer alten mit Efeu bewachsenen Eisenbahnbrücke (von 1865) durch, rechts und links sieht man Bäume am Hang wachsen in den unterschiedlichsten Formen und Farben – krumm und schief, gerade und grazil, grün, gelb, braun und rot. Schon allein das ist ein Erlebnis für sich.


Vieles von dem was man an „exotischen“ Bäumen heute in dem Park vorfindet (z.B.  Kalifornische/Monterey Zypresse, Virginische Rotzeder, Küstenmammutbaum) ist schon im 18. / 19. Jh. angepflanzt worden. Fast schon normal wirken dagegen die riesigen Rhododendren, Lorbeerbäume, Birken und Ulmen, die man überall entlang des Küstenwanderweges findet.

Im Herzen des Parks befindet sich übrigens ein kleines Gebäude, in dem das Besucherzentrum und ein Café untergebracht sind. Nicht nur bei schönem Wetter kann man hier draußen sitzen und die farbenprächtige Natur pur genießen. Die Holztische und Stühle werden das ganze Jahr über (außer bei strömenden Regen) von den vielen Besuchern benutzt. Auch wir saßen hier schon im Winter, um einen warmen Tee zu trinken. Dies war aber weniger, weil wir so abgehärtet sind, sondern weil wir unsere Yorkies nicht mit ins Café nehmen dürfen.

Im Sommer kann man an einem der beiden (kleinen) Sandstrände die Seele baumeln lassen, dem Meeresrauschen lauschen oder aber sogar im blauen Meer schwimmen. Von der Wasserseite aus hat man auch einen wunderbaren Blick auf die andere Seite der Bucht. In weiter Ferne kann man bei gutem Wetter sogar die Küste Schottlands sehen.

Man weiß eigentlich gar nicht so genau wo man mit seinem Spaziergang anfangen soll. Da gibt es auf der einen Seite so etwas wie ein Wald, durch den mehrere Wege führen. Oder die ebenfalls im Wald gelegenen Wildblumenwiesen. Man kann an dem kleinen Flüsschen entlang bis ins Dorf Crawfordsburn laufen, wo am Ende ein kleiner „Wasserfall“ das Auge erquickt. Oder aber man geht am Wasser entlang und kann von dort aus dann sogar bis nach Bangor laufen.

Je nachdem wie das Wetter hier ist – wenn es geregnet hat, gehen wir gerne an dem geteerten Küstenwanderweg mit unseren Yorkies spazieren. Sonst, wenn es trocken ist, kann man auch über die Wiesen durch den kleinen Wald laufen. Von dort oben herab hat man einen atemberaubenden Blick durch die Bäume hindurch auf die Irische See. Ich finde den Kontrast – einerseits das saftige Grün der Wiese, der Bäume und Büsche und andererseits das kristallklare Blau der Irischen See, oder des strahlend blauen Himmels einfach faszinierend. Stundenlang kann ich hier verharren und mit jedem Atemzug dieses „Naturereignis“ aufsaugen.

Meine 3 Yorkies interessiert das aber leider überhaupt nicht. Vor allem Susi jammert immer, wenn ich irgendwo stehenbleibe und will, dass ich weitergehe. Ich vermute, da sie nicht gerne läuft, will sie den obligatorischen Spaziergang so schnell wie möglich beenden.

Also weiter geht es querfeldein, immer auf der Suche nach eindrucksvollen Motiven für meine Fotosammlung. Weit zu laufen brauche ich dafür nicht.



Leider habe ich keine (brauchbaren) Informationen über den Park selbst gefunden. Allerdings gibt es schöne Videofilme, die man sich anschauen kann:

Thursday, 19 January 2012

Belfast – Impressionen einer großartigen Stadt

 

Belfast mit seinem Hafen und seiner Betriebsamkeit erinnert mich immer wieder an Hamburg. Die Stadt hat von allem etwas: einen Hafen, eine Universität (die „Queens University“, mit Gebäuden aus Tudor-Zeit / 1849), einen Zoo und einen botanischen Garten, ja selbst sogar ein Schloss (im Stil schottischer Barone 1867 erbaut), viele Restaurants und Pubs, Theater, Kinos und Museen, ein wunderbares Umland, Parks und Gärten, und noch Vieles mehr. 
Im Hintergrund eine Bergkette "Napoleon's Nose" genannt. 
Der Berg hat die Form eines französischen Soldaten zur Zeit Napoleons.

Nur eins habe ich noch nicht entdeckt – das Rotlichtviertel. Dafür aber gibt es unzählige „Murials“ (politische Wandmalereien) und eine Mauer, die von den sprachbegabten Iren als „Peace Wall“ bezeichnet wird. Was vielleicht nur wenige Menschen wissen: diese Mauer verläuft quasi quer durch die Stadt und trennt das Gebiet der Falls Road (Wohngebiete katholischer Nordiren) von dem der Shankill Road (protestantische Wohnviertel).


 












Der Name “Belfast” kommt ursprünglich aus dem Irischen Béal Feirste, was übersetzt so viel wie „Mündung des Farset“ heißt. Dieser Fluss ist inzwischen versiegt, dafür liegt Belfast heute an der Mündung des Lagan. Belfast ist nach Dublin die zweitgrößte Stadt der Insel Irland und mit 279.240 Einwohnern die Hauptstadt von Nordirland.

Nach meinen Recherchen wurde Belfast 1603 gegründet und 1888 erhielt es „Stadtstatus“. 



 
Im Hintergrund das Europa Hotel. Das größte und zeitweilig sogar das einzige Hotel in der Innenstadt. Mit seinen 200 Betten war es auch zu Zeiten der "Troubles" durchgängig geöffnet. Angeblich soll es das am häufigsten bombadierte Hotel der Welt sein.






Historisch betrachtet galt Belfast immer als das Zentrum der Leinenindustrie, hatte aber auch durch seinen Seehafen eine ausgedehnte Schiffsproduktion (Werften, Trockendock) mit all den dazugehörigen Industrieproduktionen wie z.B. Herstellung von Seilen. Auf der Werft von Harland & Wolff wurde einst die sagenhafte Titanic gebaut. Im Osten Belfast, direkt am Belfast Lough, befindet sich die Industrieansiedlung des Flugzeugherstellers Short Brothers, der sich zunächst mit der Herstellung des im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Flugbootes S 25 Sunderland einen Namen gemacht hatte. Inzwischen zum Bombardier Konzern gehörend ist er noch immer einer der größten Arbeitgeber in Nordirland.

Auch wenn Industrie und Produktion drastisch zurückgegangen sind, ist Belfast nicht nur immer noch das industrielle Zentrum Nordirlands. Es hat vielmehr auch sehr viel an Geschichte, Kunst und Kultur sowie Kulinarischem zu bieten.
 

In die einstigen Kontorhäuser sind heute Restaurants, Pubs, Kunstateliers, etc. eingezogen.
  














Das alte Pub mit dem Namen "Crown Liquor Saloon" mit seiner urigen Einrichtung im Herzen Belfast steht unter Denkmalschutz.













Nicht weit vom Crown entfernt ist das "Grand Opera House" (Opernhaus), ein viktorianisches Bauwerk von 1894, das in den 70er Jahren renoviert wurde.











St George’s Market
Der Wochenmarkt wurde 1896 eröffnet und gilt aufgrund seines frischen örtlichen Angebots und seiner einmaligen Atmosphäre als einer der besten Märkte sowohl im Vereinigten Königreich als auch in der Republik Irland.







Für mehr Informationen über (das touristische) Belfast empfehle ich diese Seiten:

Saturday, 14 January 2012

Am alten Wasserreservoir

 


Letztens hatten wir uns entschlossen, ein neues Gebiet zu erkunden. Freunde hatten uns schon vor einiger Zeit den Tipp gegeben, mit unseren Yorkies einen Spaziergang am alten Wasserreservoir, Portavo in der Nähe von Donaghadee, zu machen. Das Reservoir selbst wird schon seit etlichen Jahren nicht mehr für die Trinkwasserversorgung benutzt. Es wurde damals in einen See mit Regenbogen-Forellen für Angler umgewandelt.
Gegenüber von Portavo befindet sich das bekannte Naturschutzgebiet Orlock. Mit seinem zerklüfteten grau düsteren Gestein ragt das Orlock weit in die Irische See hinein. Man sagt, dass die kleinen Buchten früher ein Paradies für Schmuggler waren und das kann ich mir gut vorstellen.



Portavo liegt etwas abseits von der Straße, hinter einem grünen „Zaun“ bestehend aus allerlei Grünem, was an und für sich schon faszinierend ist. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man hinter diesem smaragdgrünen „Zaun“ auch nie solch ein kleines Paradies vermuten.


Mit unseren drei Yorkies im Schlepptau setzten wir uns in Bewegung. Nachdem wir die erstaunlicherweise stark befahrene Landstraße endlich überquert hatten, traten wir ein in eine grüne Oase. Eine faszinierende Umgebung aus verschiedenen Bäumen, Büschen und Sträuchern, die zum Teil ihr Sommergrün noch gar nicht abgeworfen hatten, erwartete uns. Dafür, dass es Mitte November war, war es wirklich noch erstaunlich grün. Ein vergleichsweise breiter Weg lud uns regelrecht ein, ihm zu folgen. Was wir dann - beeindruckt von diesem Farbenschauspiel der Natur – auch taten.

Eine himmlische Ruhe herrschte. Überall roch es nach frischer Erde und nach Fichten. Der Efeu, der im späten Herbst überall blüht, hüllte die Luft in einen dezenten Parfümgeruch. Dazwischen hörte man das Krächzen diverser Vögel. Neben Vögeln wie Feldsperling, Dompfaff und Schleiereule, ist auch allerlei Kleingetier (Hermelin, Dachs, Hasen, usw.) in diesem idyllischen Terrain heimisch.

Nach kurzer Zeit gelangten wir an den See, der ruhig und still vor uns lag und auf dessen spiegelblanker Oberfläche eine Gruppe Enten schwamm. Während der See vorne von der Sonne beschienen war, was dem ganzen einen harmonischen Ausdruck verlieh, war er ganz im Hintergrund vor einer Gruppe von Bäumen in Nebel getaucht, was dem ganzen wiederum etwas Mystisches verlieh. Wunderbar, einfach wunderbar. Wie die Kulisse für ein Stillleben. Man sagt so oft „ein Bild wie von der Natur gemalt“ – hier hatte die Natur tatsächlich ein solches Bild gemalt. Ich weis auch gar nicht ob ein Maler überhaupt im Stande wäre, diese Farbnuancen so mischen zu können, um das, was meine Augen hier sahen, zu malen.

Wir hielten eine Weile inne, um alles das, was unsere Sinne erfassen konnten, in uns aufzusagen. Dann schlenderten wir an dem befestigten Ufer des Sees entlang weiter bis es einfach nicht mehr weiterging, weil die Befestigung urplötzlich aufhörte. Kurzerhand entschlossen wir uns, einem kleinen Trampelpfad zu folgen und das war auch gut so. Falls man glaubte, dass das, was wir bisher an Landschaft gesehen hatten atemberaubend war, dann hatte man noch nicht alles gesehen.

Während ich mit meiner kleinen Kamera hantierend aus dem Staunen nicht mehr herauskam, trotteten meine 3 Yorkies – scheinbar ebenso staunend – hinter und neben uns her. Mit meiner Ruhe war es schlagartig vorbei als ich den schmalen zum Teil extrem matschigen Trampelpfad entlang laufen musste. Höchste Konzentration war angesagt, um nicht abzurutschen und in den See zu fallen.

Unser Hund Jack war angeleint, weil er wie immer viel zu langsam lief. Heute erwies sich der Umstand, dass der Hund an der Leine war, als ausgesprochenes Glück. Jack rutsche nämlich mit seinen 4 Beinchen auf dem engen vermatschten Pfad ab, verlor die Balance und wäre voll im Wasser gelandet, hätte mein Lebensgefährte den Hund nicht reaktionsschnell an der Leine hochgezogen. Bei dieser Jahreszeit hätten wir unseren Ausflug abrupt beenden müssen, wenn Jack bis auf die Knochen nass geworden wäre.

Es dauerte glücklicherweise nicht lange bis der Pfad etwas breiter wurde und man wieder richtig laufen konnte und man das, was die Natur hier zu bieten hatte, wieder in Ruhe genießen konnte. Meine Aufmerksamkeit galt jetzt den Bäumen. Neben den immergrünen Kiefern, Fichten und Tannen, boten die Laubbäume, die ihr Sommerkleid abgeworfen hatten, ein bizarres Bild. Ihre nackten Äste bogen und windeten sich kreuz und quer und stachen vor der blauen Kulisse des Himmels richtig ab. So manch ein Baum streckte seine dicken Äste gleichfalls wie ausgestreckte Arme dem Bewunderer entgegen.

So wie es aussah hatten andere Menschen auch dieses kleine Abenteuer entlang des Sees gewagt und sich auf den Weg gemacht, die ganze Schönheit der Herbstfärbungen zu bewundern. Wir begegneten jetzt nämlich vereinzelt Menschen allein, zu zweit oder in Gruppen und immer freundlich grüßend. Nicht alle, aber sehr viele, waren mit ihren Hunden unterwegs.


Während mein Lebensgefährte und ich von der einmaligen Farbenvielfalt fasziniert waren, übte meine kleine Hündin, Susi, die zur Zeit läufig ist, eine anziehende Faszination auf andere, vor allem große Hunde aus. Manch ein Hundebesitzer wunderte sich, weshalb sein Hund nicht gehorchte und stattdessen auf meinen Zwerg Susi losrannte. Da half auch verzweifeltes Rufen des Herrchen oder Frauchen nichts. Susi, die frei herum lief, zog sie wie ein Magnet an und war teilweise von mehreren Hunden gleichzeitig umringt. Ich glaube, sie wusste gar nicht so genau wie sie sich verhalten sollte. Einerseits kehrte sie jedem Hund stolz ihr Hinterteil zu, so nach dem Motto „Hier ist was du suchst“. Andererseits schien ihr das aber nicht so hundert prozentig zu gefallen. Einmal sogar erwies sie sich als richtiges Biest. Ein schöner weißer Golden Retriever hatte einen Narren an ihr gefunden. Und was tat der kleine Zwerg Susi? Ja, sie versuchte den Hund, der den Kopf gebeugt hatte, um an ihr zu schnuppern, kurzerhand in die Schnauze zu beißen! Nur gut, dass der große Hund seinen Kopf schnell eingezogen hatte und sich auf der Stelle von Susi abkehrte.

Zum Glück wiederholten sich solche Zwischenfälle nicht mehr und wir konnten unbekümmert unseren Rückweg antreten. Um den engen matschigen Trampelpfad zu vermeiden, liefen wir durch ein kleines Waldstück an dessen Rande von der Sonne beschienen ein abgeerntetes Kornfeld lag. Das war wieder ein atemberaubendes Spiel von Schatten und Licht. Während wir in dem kleinen Waldstück vor einem tiefgrünem Hintergrund standen, glänzten vor uns die kurzen Halme des Korns golden in der Sonne und mit bloßem Auge kaum erkennbar tummelten sich etliche Fasane in dem Stoppelfeld. Ein paar Meter weiter bot sich ein weiteres Schauspiel der Natur: Im Glanz der Sonne konnte man oben am Hang den alten Wasserturm, der südwestlich von Doneghadee ist, sehen. Das war wieder eine Kulisse, die jeden Maler neidisch machen müsste. Der runde natursteinfarbene Wasserturm ragte in den kräftig blauen Himmel. Keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Dafür sah man aber den Mond, der, durch die Sonne von der anderen Seite aus beschienen, am Firmament silbern glänzte. Davor lag, den ganzen Hang bedeckend, ein dunkelbrauner frisch gepflügter Acker.


Für mich stand nach diesem Ausflug fest: Das sind Momente im Leben, die so schnell nicht wiederkehren und die man an Ort und Stelle genießen muss.

Friday, 6 January 2012

Meine Hunde sind Hunde


Vor einigen Tagen hatte ich irgendwo den Satz gelesen: “Meine Hunde sind Hunde”. Das brachte mich doch spontan auf die Idee, eine Geschichte zu schreiben.
Yorkshire Terrier sind Jagdhunde – wenn auch kleine. Ja, ich weiß jetzt wird jeder bei der Vorstellung, wie diese kleinen, possierlichen Hunde auf die Jagd gehen, lachen. Meine sind jedenfalls keine Ausstellungs- und Vorzeigehunde oder andere Puppen. Sie sind drollig, sie sind süß, sie sind klein, aber sie sind keine Schoßhunde und sie sind auch keine Puppen, die man je nach Belieben oder Jahreszeit verkleidet. Sie werden wie ganz normale Hunde behandelt, auch wenn ich manchmal aufpassen muss, wenn uns größere Hunde entgegenkommen, dass es zu keinem Kräftemessen der kleinen Zwerge mit den großen Riesen kommt.
 
Meine 3 Yorkshire Terrier, Jack, Susi und Mini, sind wie gesagt Hunde, und wie jeder andere Hund auch buddelt mein Jack auch schon mal im Garten, schnuppert überall mit großem Interesse herum und unterhält sich auch mit der Nachbarschaft. Wenn wir unterwegs sind, z.B. im Wald, schnüffeln sie alle drei was das Zeugs hält unter, über und neben dem Laub, an Bäumen und Büschen. Nur in einem enttäuschen sie mich – sie jagen keine Mäuse, von denen wir manchmal einige im Garten haben. Und das, obwohl Yorkshire Terrier ursprünglich einmal dazu gezüchtet wurden, um die Ratten und Mäuse in Arbeits- und Wohnstatten zu jagen. Ich habe es schon erlebt, dass Jack neben einer Maus saß und er überhaupt nicht daran dachte, seinen komfortablen Platz in der Sonne im Garten aufzugeben, um die Maus zu vertreiben.
So wie große Hunde auch laufen meine 3 Crumbells durch Matsch und Sand, durch Wald und über Wiesen. Und sie können das auch sehr ausdauernd tun. So wie neulich, als wir uns auf den Weg machten, an dem kleinen Strand unweit von uns entfernt, spazieren zu gehen. Wir hatten Glück, denn hier herrscht Ebbe und Flut und das Wasser war wohl gerade abgezogen, so dass wir am Strand viel Platz zum Spaziergehen hatten.
 
Während ich mit meiner Kamera herumhantierte, die Sonne blendete zum Teil ziemlich, tobten meine Yorkies am Strand herum, so als ob sie zum ersten Mal überhaupt ohne Leine laufen dürften. Es war herrlich Jack, Susi und Mini bei ihrem Strandvergnügen zu zusehen. Sand und Matsch machten ihnen anscheinend überhaupt nichts aus. Mini flitzte hin und her, drehte ihre Runden und schien „Juhu, Juhu“ zu rufen, während Susi, meine etwas ältere Hundedame, wie immer anfänglich meckerte und dann aber doch mit den beiden anderen herumrannte.

Natürlich waren auch andere Hunde unterwegs und kamen angerannt. Viele große Hunde, richtig große Hunde Labradore, Springer, Retriever – sie alle rannten frei am Strand herum und wollten immer auch mit unseren kleinen Yorkies spielen.

Beim Wasser waren meine 3 Löwenherzen dann aber doch sehr zurückhaltend. Durch kleine Pfützen und Wasserlachen stapften sie ohne zu zögern durch. Vor dem großen wilden Wasser blieben sie aber stehen. Das mochten sie scheinbar nicht so gerne und da unterscheiden sie sich dann doch von anderen – großen - Hunden.


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Weitere Geschichten kann man hier lesen:
Carmen Bauer,
Yorkshire Terrier - Zwerge mit Löwenherz
ISBN 978-3842352049
BoD, 2011, 92 Seiten Paperback
€ 12,80 überall im Buchhandel

Yorkshire Terrier - Zwerge mit Löwenherz unterwegs in Nordirland
ISBN 978-3-7322-7952-4
Books on Demand, 2013
Taschenbuch, 108 Seiten. Mit vielen Farbfotos.
€ 12, 80 *inkl. MwSt.