Monday, 20 July 2015

Giant’s Causeway – Der Damm des Riesen



 

Legenden über Riesen, die vor Tausenden von Jahren auf der Erde lebten und mega Tempelanlagen errichteten, gibt es bei vielen Völkern. So z.B. in Frankreich, Türkei, England, Kanada, Malta, Armenien, Oster Inseln, Peru.
Auch in Nordirland gibt es Geschichten von Riesen, allerdings ohne solche megalithischen Stätten. Hier geht es eher um eine denkbar merkwürdige Steinformation am Rande Europas – nämlich um einen Damm, der wie sein Name schon sagt, von einem Riesen herrührt. Von daher sind die polygonalen Steinsäulen aus geschichteten Basalt nicht weniger mysteriös und die damit verbundenen Geschichten nicht minder sagenumwoben.





 

Der Damm des Riesen ist direkt an der Küstenroute im County Antrim gelegen, nicht weit von dem kleinen Ort Bushmill und der berühmten Whiskey-Brennerei entfernt (siehe: http://carmen-bauer.blogspot.co.uk/2014/08/bushmills.html). Von Belfast aus sind es ca. 1,5 Stunden mit dem Auto bis zum Causeway, der  1986 von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde, und somit das einzige seiner Art in Nordirland ist.





Die vieleckigen Säulen sind das Resultat eines Vulkanausbruchs vor 60 Millionen Jahren. Insgesamt gibt es 40.000 dieser Steinsäulen.



 


Die meisten davon sind sechseckig. Es gibt aber auch welche mit vier, fünf, sieben und acht Seiten. Die höchsten Säulen sind etwa 12 Meter hoch, und die erstarrte Lava ist an manchen Stellen 28 Meter dick.
      

Die mond-ähnliche Landschaft, die am Ende der Welt in der wilden Irischen See lauert, muss damals bei den Ur- Iren große Verwunderung ausgelöst haben. Falls es sich bei den doch sehr ungewöhnlichen Steinformationen nicht um Überbleibsel aus den frühen Tagen der Erderschaffung handelte, musste es das Werk eines Riesen sein. 


So hat denn einer Legende nach der Riese Finn McCool die Steine an der nordöstlichen Küste gemeißelt. Als er sich nämlich in eine Riesin, die auf der Hebriden-Insel Staffa (Schottland) lebte, verliebte, baute er diesen großräumigen Damm, um seine Geliebte nach Nordirland zu bringen.
Einer anderen Legende zufolge beruhen die Steinsäulen auf der Herausforderung eines Kampfes zwischen Finn McCool und dem schottischen Riesen Benandonner. Finn hatte demnach den Damm gebaut, damit die zwei Riesen sich in der Mitte zum Kampf treffen konnten. Benandonner wurde laut dieser Geschichte von Finn besiegt, er floh zurück nach Schottland und zerstörte dabei den Damm, so dass Finn ihm nicht mehr folgen konnte.
Auf der schottischen Seite, in der Fingal’s Höhle (Fingal's Cave) auf der Insel Staffa, gibt es übrigens identische Basaltsäulen, die ebenfalls Teil des gleichen alten Lava Stroms sind.

Überhaupt konnte der Riese Finn anscheinend erstaunliche Leistungen vollbringen und er schien ein Riese unter den Riesen gewesen zu sein. Nach der Legende hatte Finn während des Kampfes mit seinem schottischen Rivalen einen riesigen Klumpen Erde genommen und dem fliehenden Benandonner hinter her geworfen. Der Erdklumpen fiel ins Meer und bildete daraufhin die Isle of Man. Das Loch, welches entstand als Finn den Klumpen Erde auflas, füllte sich mit Wasser und ist heute Lough Neagh (der größte Süßwasser-See in Europa).
Es gibt mehrere atemberaubende Wanderwege vor Ort, an Felsen und Klippen entlang oder über Felder und Wiesen. Ein schöner Rundgang führt zum „Grand Causeway“, vorbei an Steinsäulen und Formationen mit so fantasievollen Namen wie: Honeycomb, Wishing Well, The Giant's Granny und The King and his Nobles. 



Das Gebiet rund um den Giant’s Causway ist von außergewöhnlicher Schönheit und birgt eine Fülle von Naturgeschichte.







Unweit vom Causeway entfernt ist das Dunluce Castle und das weniger bekannte, aber in wunderbarer Landschaft gelegene Dunseverick Castle. (For more information see: http://www.my-secret-northern-ireland.com/dunseverick-castle.html).



Über das Dunluce Castle gibt es eine spannende Geschichte: Die Küche ist angeblich mitsamt Personal ins Meer abgestürzt. Unter dem Schloss ist ein Tunnel zum Meer, der - so sagt man - für Schmuggelware diente. Soweit ich weiß, diente Dunluce auch als Kulisse für einige Filme, unter anderem auch für Game of Thrones.




Thursday, 25 June 2015

Bäume Irlands - Holunder



 
Der Holunder (Sambucus) ist eine in Europa weit verbreitete Pflanze, die sich ziemlich rasch und einfach vermehrt und die sehr oft in der Nähe von Häusern zu finden ist. Innerhalb weniger Jahre kann der Holunder bis zu 10 Meter hoch werden. Von Mai bis Ende Juni entfaltet er seine zarten Blüten-Dolden, die weithin duften und vielfach in der Küche Verwendung finden. Später im Jahr, im Herbst, erscheinen dann die dunklen Beeren, die in der Naturheilkunde Anwendung finden.

Hollunder gehört mit zu den ältesten Bäumen Irlands und gilt als eine der mächtigsten Schutzpflanzen überhaupt. Über Jahrhunderte hinweg gehörte er zu jedem Haus & Hof. Man pflanzte ihn, um gute Hausgeister anzulocken und zum Schutz gegen alles Böse (so z.B. Blitzeinschlag). Viele Mythen – sowohl keltische wie auch christliche - ranken sich auch heute noch um ihn.
In vielerlei Hinsicht begegnete man nicht nur in Irland dem Holunder mit großem Respekt:
Aufgrund seiner großen Heilkräfte, galt er als eine Art Universalheilmittel, mit dem man Mensch und Tier heilen konnte.
Wer einen Holunderbaum fällte, der starb, weil der Baum auch negative Energien freisetzen kann.
Wer unter ihm einschlief, wurde von den bösen Geistern ins Reich der Feen verschleppt, was schreckliche Alpträume zur Folge hatte.
Er galt auch als Baum der Ahnen und als Pforte in die Anderswelt.
Im irischen Volksglauben soll das Holz des Holunders angeblich verflucht sein und sollte nicht verwendet werden, um z.B. Boote oder Säuglingswiegen zu machen.



Andererseits ist der Holunder eine Pflanze, die uns Menschen im täglichen Leben reichlich beschenkt. Was viele von uns möglicherweise gar nicht wissen - Holunder wird im Essen & Trinken verwendet und auch als sehr vielseitige Medizin.
(Für mehr Informationen über den Holunder in Deutsch siehe: http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/holunder-neu.htm )

In der irischen Folklore gilt der Holunder als mächtige Schutzpflanze, die das Leben von Mensch & Tier schützt und segnet. Er symbolisiert Lebensenergie und die Fähigkeit, alles Böse abzuwehren (z.B. böse Geister, und bösen Zauber rückgängig zu machen). Holunderzweige wurden in Hauseingängen und Kuhställen aufgehängt, ja sogar in Gräbern beigelegt, als Schutz gegen das Böse. Laut Volksglauben können durch Streuung der Blätter und Beeren des Holunders in alle 4 Himmelsrichtungen sowohl Personen und persönliche Habseligkeiten als auch Orte gesegnet werden. Er soll gute Geister anziehen und sowohl Diebe und Hexen als auch Schlangen vertreiben. Letztere gibt auf der gesamten Insel Irland jedoch nicht mehr, da sie von St. Patrick mit einem Stock aus Holunderholz einst vertrieben wurden.

Im Ogham, dem alten keltischen Alphabet, ist der Holunder übrigens dem Buchstaben R zugeordnet, und steht symbolisch für Übergang, Evolution und Fortdauer. Er regiert über den 13. Mond im Ogham Kalender, also am Ende des alten Jahres und zu Beginn des neuen Samhain. Er stellt von daher eine alte weise Energie am Ende des Jahres-Zyklus dar, dessen Bedeutung es ist, den Beginn in jedem Ende und das Ende in jedem Anfang zu ehren.