Saturday, 12 July 2014
Sunday, 6 July 2014
Friday, 13 December 2013
Am alten Sägewerk
Wer vermutet schon, dass sich hier, abseits der
Hauptverkehrsstraße von Bangor nach Newtonards ein wunderbarer Waldweg
befindet, der zu einem entspannten Spaziergang einlädt. Von meinem
Lebensgefährten erfuhr ich, dass sich auf dem „Clandeboye“-Gehöft früher einmal
ein Sägewerk befunden hatte und die Gegen daher ihren Namen hat.
Wohin der Weg letztendlich führt habe ich noch nie ausfindig
machen können – auch wenn mein Lebensgefährte, ich und unsere Crumbells bereits
zigmal hier spazieren gegangen sind.
So oft schon sind wir an den Weiden, den Brombeerhecken, den
unterschiedlichen Bäumen mit ihren teilweise sehr bizarren Formen und dem See,
der eine Schwanenfamilie beherbergt, entlang gelaufen. Aber nie hatte ich meine
Kamera dabei, um das, was die Natur hier zu bieten hat, auf Bildern
einzufangen.
Bei unserem letzten Spaziergang sind wir sogar noch einmal
nach Hause gefahren – nur um meine kleine Kamera zu holen, damit ich die „Kunst
im Wald“ auch im Bild festhalten konnte. Und Kunst ist es für mich wirklich,
was es hier alles zu bestaunen gibt.
Das betrifft nicht nur die Pferde, die hier auf der Weide
stehen, sondern auch „komisch“ gewachsene Bäume oder anderes Geäst sowie auch
einiges Federvieh, das sich hier verbirgt.
Nun lebe ich schon seit sieben Jahren hier im schönen County
Down und habe alles, was Natur zu bieten hat, quasi vor der Haustür. Aber ich
bin anscheinend doch noch viel zu viel „Stadtmensch“. Bei unserem heutigen
Spaziergang habe ich mich nämlich etliche Male ganz schön erschrocken. Ich war
so damit beschäftigt, die Schönheit der Natur zu knipsen, dass ich gar nicht
merkte, wie eines der Pferde auf einmal hinter mir stand und mir beim
Fotografieren über die Schulter schaute. Irgendwie musste ich wohl gespürt
haben, dass da „etwas“ hinter mir war Und als ich mich umdrehte sah mich das
Pferd, das „riesen große Pferd“, mit seinen braunen Augen freundlich an. Ich
bin sowieso so schreckhaft und man darf sich mir nicht von hinten nähern – ich
schreie sofort los. Ja und so war es dann auch heute, als ich das Pferd so
dicht an meinem Kopf erblickte. Ein Schrei drang durch die Stille des
Waldweges. Das Pferd ließ sich dadurch aber nicht beirren. Es verharrte am Zaun
und wartete mit seinen beiden anderen Gefährten auf ein Leckerli. Leider vergeblich,
denn ich hatte nichts dergleichen dabei.
Eine Weile später erschreckte mich ein Fasan, der aus dem
Gestrüpp kommend auf einen der Bäume hoch flog und sich dann durch die Lüfte
schwang. Ich muss gestehen, dass ich gar nicht wusste, dass diese Vögel mit
ihren prächtigen Gefiedern überhaupt fliegen können geschweige denn so hoch
fliegen können. Ich war vom Anblick dieses wunderbar bunten Federviehs so überrascht, dass ich nicht einmal ein Foto machte.
Ansonsten verlief unser Spaziergang – bis auf weiteres - total
ruhig. Der Wind rauschte durch die wenigen Blätter, die jetzt im Dezember noch
an den Bäumen hingen, und man hörte hier und da ein paar Vögel zwitschern. Doch
dann wurde diese himmlische Ruhe durch penetrante Geräusche, die sich anhörten
wie Schüsse, gestört. Dazu muss man wissen, dass jagen und schießen hier in
Nordirland ganz normal ist und nur da, wo es ausdrücklich auf Schildern steht,
verboten ist. Uns wurde es aufgrund der Ballerei dann doch ein wenig mulmig und
da der schöne Waldweg sowieso abrupt in einem Schlammloch endete, beschlossen
wir den Rückweg anzutreten.
Saturday, 17 August 2013
Donaghadee
Wer weiß schon, dass das älteste Pub der ganzen Insel Irland
„Grace Neill's” (das 1611 unter dem Namen 'King's Arms' eröffnet wurde) in Donaghadee
zu finden ist.
Donaghadee (wird Donna-Ga-Die ausgesprochen), kommt aus dem
Irischen und bedeutet so viel wie „Daoi’s Kirche“. Das kleine geschichtsträchtige
Städtchen mit seinen rund 8000 Einwohnern ist ca. 10 km von Bangor entfernt und
liegt direkt am Meer. Genau gegenüber befindet sich Schottland, dessen Küste
man mit bloßem Auge von Donaghadee aus sehen kann.
Durch seine Lage und vor allem seine Nähe zu Schottland war
das Städtchen bis Mitte des 19. Jh. der wichtigste Hafen für den Handel mit Großbritannien
und der Insel Irland. Erst viel später wurde der Hafen von Donaghadee durch das
immer grösser werdende Belfast aufgelöst und verlor dann gänzlich seine
einstige Bedeutung.
Vieles von dem wirtschaftlichen Leben der Stadt hing zu
seiner Glanzzeit mit Schifffahrt, Transport und Versand sowie rund um Schiffe
zusammen. Aber nicht nur dafür wurde Donaghadee genutzt. Im 18.und 19. Jh. machten
sich Paare, die schnell und einfach heiraten wollten, von Donaghadee aus mit
der Fähre auf den Weg ins gegenüberliegende schottische Portpatrick – das Gretna
Grenn der Iren.
Der Fährbetrieb existiert heute (leider) nicht mehr. Um nach
Schottland zu gelangen muss man ins Kilometer weit entfernte Larne oder nach
Belfast fahren und von dort aus die Fähre nehmen.
Das alte Wahrzeichen der Stadt - der eindrucksvolle Leuchtturm,
der weithin sichtbar ist, stammt aus dem Jahr 1836 und war der erste Leuchtturm
in Irland, der mit elektrischem Licht ausgestattet worden war.
Obwohl das Städtchen vergleichsweise klein ist, verfügt es
über eine ganze Reihe interessanter historischer Sehenswürdigkeiten sowie auch zahlreiche
kleinere Läden, Cafés, Restaurants und Pubs. Da es direkt am Meer liegt, lädt
ein Spaziergang auf der Promenade an der frischen Seeluft immer ein.
Zu den Sehenswürdigkeiten, die man sich unbedingt anschauen
sollte, gehören: die Burg (im Englischen als Motto oder Moat bekannt), der
kleine, aus dem 17. Jh. stammende, Hafen und natürlich das Grace Neill’s Pub.
Die Burg selbst ist jüngeren Datums. Das Gebäude wurde 1818
gebaut, um den Sprengstoff für die Hafenerweiterung zu lagern. Aber der
Standort war schon in der Bronzezeit als Verteidigungsposten benutzt worden, so
z.B. gegen die Angriffe der Wikinger. Im 12. und 13. Jh. wurde der Posten dann
unter den Normanen weiter zu einer Festung ausgebaut. Rund um die alte Festung
ist ein attraktiver kleiner Park von dem aus man einen wunderbaren Blick auf
die irische See und die „Copeland Insel“ (ein wichtiges Vogelschutzgebiet, das
man nur mit einem Boot erreichen kann) hat.
Zu erwähnen bleibt noch, dass Donaghadee aufgrund seiner
Seefahrer-Tradition seit 1906 eine sehr wichtige Rettungsstation hat, die seit
ihrer Gründung schon sehr zahlreichen Menschen das Leben gerettet hat.
Und für alle, die gerne Golf spielen - es gibt auch einen Golfclub, der mich aufgrund der Palmen immer irgendwie an fernere Länder erinnert.
Saturday, 13 July 2013
Der 12. Juli
Nordirland
für Anfänger – Der 12. Juli: Feiertag und Volksfest zugleich
Der 12. Juli
ist schon immer für die Protestanten in Nordirland der höchste Feiertag des
Jahres. Gefeiert wird die „Glorreiche Revolution“ von 1688, wo in einer
Schlacht am Flüsschen Boyne in der Nähe von Dublin der protestantische König
Wilhelm von Oranien über den katholischen König Jakob II endgültig siegte
(1690). Die Farbe Orange spielt seitdem für die Protestanten auch eine ganz
besondere Rolle.
Traditionell
gibt es an diesem Tag überall in Nordirland Umzüge der sogenannten „Orange
Men“. Das sind Mitglieder der „Orange Orders“ und „Orange Lodges“, die es nach
Männern und Frauen getrennt hier in Nordirland durchweg sehr zahlreich gibt. Die
älteste dieser Lodges, nämlich die „Grand Orange Lodge of Ireland“, wurde 1798
gegründet. Diese Lodges sind übrigens keine paramilitärischen Organisationen,
sondern Vereinigungen streng gläubiger Protestanten. Am Sonntag unmittelbar vor
dem 12. Juli finden besondere Gottesdienste statt. Ungeklärt blieb leider meine
Frage, ob am 12. Juli bei den Umzügen nur mitmarschieren kann, wer auch an
jenem sonntäglichen Gottesdienst teilgenommen hat. Irgendwo hatte ich gelesen,
dass diese Orange Lodges nicht viel anders seien als der Fanclub eines
Fußballvereins, dessen Anhänger sich in Nostalgie schwelgen.
Während der
Troubles gerieten diese Umzüge dann aber immer mehr in Verruf und stießen bei der
katholischen Bevölkerung auch immer mehr auf Empörung und Ablehnung. Der seit
Jahrhunderten (friedlich) gefeierte 12. Juli wurde so zum Symbol für Gewalt und
konfessionellen Hass.
Bis heute
nutzen Splitterorganisationen, die sich mit dem Friedensprozess in Nordirland
nicht abfinden können, den 12. Juli für Gewalt und entsprechende
Ausschreitungen. Von den Medien für das Sommerloch entsprechend ausgeschmückt,
hört man dann nur wieder, dass es in der Hauptstadt Nordirlands, in Belfast, zu
brutalen Übergriffen gekommen sei, weil unbelehrbare Protestanten wieder einmal
mehr durch Wohngebiete von Katholiken marschiert seien. Kaum einer weiß
allerdings über die Hintergründe Bescheid. Belfast ist zum großen Teil wie ein
Flickenteppich aus protestantischer und katholischer Wohnbevölkerung
zusammengesetzt. Was viele Menschen wohl auch nicht wissen, ist, dass quasi
quer durch Belfast eine Mauer verläuft, welche die katholischen und protestantischen
Wohnviertel voneinander abgrenzt. Allerdings gibt es auch zahlreiche „gemischte“
Wohnviertel.
Traditionell
ist es so, dass die „Orange Men“ aus den einzelnen Wohnbezirken in Belfast am
12. Juli in Gruppen zur zentralen Veranstaltung hin marschieren. Das sind quasi
kleinere lokale Paraden auf dem Weg zum großen Umzug. Der Weg einer einzigen
dieser kleinen Gruppen führt an einer Geschäftszeile in einem katholischen
Wohnbezirk (Ardoyne) in Nord-Belfast vorbei. Es handelt sich dabei um weniger
als 300 Meter, an einer Hauptstraße gelegenen Geschäfte (also keine bzw. kaum
Wohnhäuser). Eine alternative Marschroute – da sind sich übrigens alle einig! –
ist gar nicht möglich. Und genau diese knapp 300 Meter sind jedes Jahr wieder
Ursache dafür, dass es in Belfast zu Gewalt und Ausschreitungen kommt.
Der 12. Juli 2015 (alles in English) -
http://www.bbc.co.uk/news/uk-northern-ireland-33499467?ns_mchannel=social&ns_campaign=bbc_newsline&ns_source=facebook&ns_linkname=northern_ireland
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Eine Parade in voller Länge (über 2 Stunden):
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